Vernetzungstreffen „Geflüchtete und Sport“

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Veranstaltet durch die deutsche Sportjugend und dem Deutschen Olympischen Sportbund

Aus dem gesamten Bundesgebiet sind sie angereist: Akteure, die sich für Geflüchtete im Kontext von Sport und Bewegung engagieren. Die einen sind bereits seit vielen Jahren dabei, die anderen engagieren sich erst seit kurzem für die neu Zugezogenen. Was die Teilnehmenden verbindet, ist das Interesse, sich über ihr Engagement und eigene Erfahrungen auszutauschen, sowie neuen Input für ihre Arbeit zu erhalten. Um diesen Austausch zu ermöglichen, organisierte die Deutsche Sportjugend (dsj) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ein Vernetzungstreffen für alle Verantwortlichen der Programme „Willkommen im Sport“ (WiS) und „Orientierung durch Sport“ (OdS).

Vereinsvertreter/innen stellten beim Treffen erfolgreiche Beispiele vor, bei denen Sportangebote mit und für Geflüchtete aufgebaut werden und bereits vereinzelt Geflüchtete mit Arbeiten des Vereinsvorstands vertraut gemachen werden konnten. Zum Gelingen der Kontaktaufnahme zwischen lokaler Bevölkerung und Geflüchteten trug vor allem ein großer persönlicher Einsatz einzelner Personen bei, aber auch eine fortlaufende Beratung durch die Organisatoren der Projekte WiS und OdS. Als großen Wunsch äußerten die lokalen Vereinsvertreter/innen jedoch, dass in Zukunft weniger Angebote ausschließlich für Geflüchtete angeboten werden sollten. Vielmehr erhoffen sie sich Veranstaltungen, an denen Sportbegeisterte egal welcher Couleur teilnehmen.
Dass eine interkulturelle Öffnung von Sportvereinen jedoch nicht immer einfach und reibungslos verläuft, zeigt unter anderem die Quote an Aussteigern – sie liegt bei einem Viertel der geförderten Maßnahmen. Die Gründe für einen Abbruch sind dabei sehr unterschiedlich.

Wissenschaftlich werden die beiden Projekte durch die Technische Universität Dortmund und Westfälische Wilhelms Universität begleitet. Bisher wurden 45 Maßnahmen durch die Förderprojekte unterstützt. Zu den größten Stärken für die Umsetzung der Projekte vor Ort werden das Engagement und Erfahrungswissen der Aktiven gezählt. Schwierigkeiten treten dagegen bei fehlenden personellen Ressourcen, Vorbehalten einiger Mitglieder sowie der Mittelknappheit auf. Gerade im Bereich von Kooperationen wird ein großes Potenzial gesehen, um diese vermehrt aufzubauen und zu intensivieren.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause tauschten sich die Teilnehmenden an Thementischen zu Netzwerken, Qualifizierungen, Selbstfürsorge, wissenschaftliche Begleitung und Verwaltung aus. Die Dokumentation der Ergebnisse wird in Kürze auf der Internetseite der dsj veröffentlicht. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch Workshops zu verschiedenen Themen: 1. Schnupperkurs Qualifizierung „Fit durch die Vielfalt“, 2. „Geflüchtete für ehrenamtliches Engagement gewinnen. Aber wie?“, 3. „Kollegiale gut beraten sein… praktische Methoden kollegialer Unterstützung“ und 4. „Kooperationen und Vernetzung auf kommunaler/regionaler Ebene“.

Weitere Infos zur Veranstaltung 

Veranstaltungsort: Frankfurt a.M.