Austausch, Umarmungen und Diskussionen in der verbindenden Welt des Sports

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Die step stiftung steht dafür, seine Mitarbeiter/innen in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern damit sie immer einen step (= Schritt) weiterkommen. Hierfür trugen die Schritte die Projektkoordinatorin nach Griechenland zur 56. Session for Young Participants der Internationalen Olympischen Akademie.

180 junge Erwachsene, 86 Länder, 5 Kontinente und ein Ziel: die olympischen Werte nachhaltig zu leben.

Die Internationale Olympische Akademie (IOA) hatte 180 junge Engagierte aus 86 verschiedenen Ländern nach Olympia/Griechenland zu einer Fortbildung eingeladen. Unter dem Motto „Olympism as an effective tool for development and sustainability“ diskutierten die Sportbegeisterten 14 Tage gemeinsam, wie der Olympismus nachhaltig gelebt und weitergegeben werden kann. Die Nationalen Olympischen Komitees (NOK) konnten hierzu ein bis drei Repräsentant/innen entsenden. Kathrin Freudenberger (Universität Freiburg), Daniel Marchi (Universität Regensburg) und Julia Sura (Deutsches Sport und Olympia Museum) wurden in einem intensiven Auswahlverfahren von der Deutschen Olympischen Akademie (DOA) für die Teilnahme an der Session bestimmt. Die drei Engagierten repräsentierten den deutschen organisierten Sport bei der Veranstaltung.
180 verschiedene Prägungen, Sichtweisen und Einstellungen von Teilnehmer/innen aus der gesamten Welt – größer könnte die Bandbreite der Herkunft der jungen Erwachsenen kaum sein. Und dennoch verband sie eines – der Sport. Ihre uneingeschränkte Begeisterung für den Sport, ihre Freude an der Bewegung und ihre Überzeugung, dass durch Sport die Welt zum Positiven weiterentwickelt werden kann, verband sie. Sie alle haben die olympischen Werte – Freundschaft, Respekt und Höchstleistung – verinnerlicht und leben diese täglich. Sie engagieren sich in verschiedenen Bereichen des Sports und sind auf das höchste motiviert die olympischen Werte zuvermitteln.
Wie diese weitergegeben und der Olympismus nachhaltig gestaltet werden kann, diskutierten die Teilnehmer/innen an der Geburtsstätte der olympischen Bewegung im antiken Olympia. In Vorträgen präsentierten 18 Referent/innen aus verschiedenen Ländern ihre Forschungsarbeiten zur nachhaltigen Gestaltung des Olympismus. Dabei analysierten sie das Thema aus gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und umweltbezogener Sicht. Prof. Dr. Miranda Kiuri (Spanien) stellte beispielsweise Ansätze für den nachhaltigen Bau von Olympia-Stadien vor („The social impact and cultural significance of sustainable Olympic stadium design.“). Eugenia Chidhakwa (Zimbabwe) thematisierte in ihrem Vortrag Geschlechtergleichheit und die Stärkung von Frauen („Olympic values-based education for gender equalitiy and women empowerment“).
In Diskussionsgruppen erarbeiteten sich die Teilnehmer/innen selbständig Fragestellungen und diskutierten, welche Aspekte aus ihrer Sicht dazu beitragen können, dass die olympische Bewegung nachhaltig weitergetragen wird. Eine Gruppe analysierte zum Beispiel die Fragestellung „What do the future leaders at the 2016 IOA Young Participant session think about gender equality at a decision making level of National Olympic Commitee’s?“ Nach der Durchführung einer repräsentativen Befragung unter den Teilnehmer/innen der Session kam die Gruppe zu dem Ergebnis, dass das IOC und die NOKs eine Vorbildfunktion für die Geschlechtergleichheit im Sport einnehmen müssen. Für die Umsetzung empfahlen sie die Einführung eines speziellen Handlungsplans unter Berücksichtigung des Top-Down Modells.
Neben den wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit der Thematik lag ein weiterer Fokus der Session auf dem interkulturellen Austausch zwischen den Teilnehmer/innen. Geprägt war dieser durch eine grenzenlose Offenheit und Interesse der jungen Erwachsenen. Bei den „Social Evenings“ präsentierten sie ihre Herkunftsländer, führten landestypische Tänze vor und boten kulinarische Spezialitäten an. In informellen Gesprächskreisen tauschten sich die Teilnehmer/innen über aktuelle gesellschaftliche Themen, wie Homosexualität oder Frauen im Sport aus. Und natürlich durfte der Sport nicht zu kurz kommen. Bereits beim Morgensport führten Teilnehmer/innen Frühaufsteher/innen in Randsportarten ein. Bei Volleyball-, Basketball- und Fußballturnieren traten die jungen Erwachsenen in gemischten Teams gemeinsam gegeneinander an. Beim antiken Leichtathletik-Wettkampf sprinteten, sprangen und warfen sie um die Wette. Dabei zeigte sich, wie sehr die Sportler/innen die olympischen Werte verinnerlicht haben.
Mit ihrem Engagement nutz(t)en sie die positive Kraft des Sports. Mit der Session wurde für sie eine Begegnungsmöglichkeit geschaffen bei der sie neue Freunde gefunden haben. Sie kamen miteinander in den Austausch und lernten viel über ihre Mitmenschen und über ihre eigenen Prägungen. Und wie geht es nun mit dem Olympismus weiter? Ryan Johnson (Teilnehmer aus den USA) ist überzeugt: “The Olympic spirit that burns inside all of us spreads on a human level just like the Olympic torch, from one person to another.” Die Teilnehmer/innen werden weitere Menschen mit dem olympischen Spirit begeistern. Und sie werden friedensstiftend wirken!
Ein herzliches Dankeschön gilt all den Personen, die in die Kraft der Sportler/innen vertrauen und sie in ihrem Engagement unterstützen. Dazu zählen die Familien, Freunde, Trainer/innen, Pädagog/innen, Vertreter/innen verschiedener Institutionen, Arbeitgeber/innen sowie die Nationalen Olympischen Akademien und die Internationale Olympische Akademie.
Ein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Petra Gieß-Stüber (Leiterin der Abteilung Sportpädagogik am Insititut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg) und Dr. Berndt Tausch (Geschäftsführender Vorstand der step stiftung) für ihre Unterstützung.

Weitere Infos:
Bericht der IOA,
Programm,
Präsentation Gruppenarbeit (ab Min. 1:10:30)


Bericht: K. Freudenberger