Praktikantin bei kick for girls: Amina Gießs Eindrücke aus dem kick-Alltag

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Als erste Praktikantin erlebte die vierzehnjährige Amina Gieß vom 9. bis 13. März eine gesamte Woche kick for girls. In mehreren Schul-AGs konnte die Schülerin intensive Einblicke gewinnen. Im folgenden beschreibt Amina ihre Erfahrungen und Eindrücke:

Mein Name ist Amina Gieß, ich bin 14 Jahre alt und mache vom 9. bis 13. 3. 2015 mein einwöchiges Schülerpraktikum an der Sport Uni in Freiburg im Forschungsbereich Sportpädagogik. Ich besuche hierbei das kick for girls Projekt. In dieser Woche schaue ich in verschiedenen Fußball-AGs für Mädchen vorbei. Vor Ort versuche ich kurze Interviews mit den Teilnehmerinnen zu führen und Fragen zu stellen, die mich persönlich interessieren. Ich möchte aktiv mit den Mädels sprechen und einen kleinen Einblick in ihre AG-Teilnahme gewinnen. Ich spiele selbst leidenschaftlich Fußball und hoffe ebenfalls fußballbegeisterte Mädels zu treffen. Auf die Idee ein Praktikum hier im Forschungsbereich Sportpädagogik zu machen, kam ich durch meine Tante, die im kick-Projekt aktiv ist.

Reflexion vom 09. März 2015  

Am 09.03.15 besuchte ich die AG der Gerhard-Hauptmann Schule. Die AG bestand aus Mädels der zweiten bis vierten Klasse und somit bemerbaren Altersunterschieden. Manche Mädchen hatten einen Migrationshintergrund, jedoch wirkte es nicht so, als ob dies ein Problem für die Mädchen darstellt. Die Trainerin startete die AG-Stunde mit Aufwärmübungen, bei welchen die Mädchen von Reifen zu Reifen springen und dabei verschiedene Aufgaben durchführen mussten. Im Anschluss wurde Fangen gespielt. Die Fängerinnen wurden durch das richtige Beantworten verschiedener Fragen ausgewählt. Nach dem Spiel wurde die Gruppe in zwei Teams aufgeteilt. Die Teams sollten dann wettkampfartig einen kleinen Parkour bewältigen. Darauf folgten drei Durchgänge mit verschiedenen Aufgaben. Die Siegerinnen dieses Spiels gewannen durch jeden Sieg im Parcour ein Tor Vorsprung im Abschlussspiel. Nach dem Spiel war die Zeit auch schon rum.

Die AG findet einmal die Woche statt und dauert 90 Minuten. Ich fand die Gruppe super lieb, die Mädchen machten einen gut gelaunten Eindruck und hatte sichtlich Spaß am Fußballspielen. Als ich ein Mädchen fragte, ob sie noch weitere Geschwister hätte, die an Fußball-AGs teilnehmen, erzählte sie mir, dass ihre Schwester leider noch zu klein wäre. Sobald ihre Schwester aber in der 2. Klasse und damit alt genug für die AG ist, wird diese aber bestimmt auch dazu kommen. Zwei Mädchen aus der Gruppe sind auch schon in einem Fußballverein. Es gibt aber auch die ein oder andere, die neben dem Fußball auch noch andere Sportarten betreibt. Ein Mädchen aus der dritten Klasse erzählte mir, dass sie neben Fußball noch Judo und Ballett ebenfalls einmal die Woche macht. Fußball macht ihr jedoch am meisten Spaß. Fußballprofi möchte sie aber nicht werden, denn ihr gefällt der Beruf Tierärztin doch besser.

Reflexion vom 11. März 2015

Am 11.03.15 besuchte ich eine Mädchen Fußball AG vom kick for girls Projekt. Die AG findet einmal die Woche statt und die Mädchen sind im Alter von 8-9 Jahren. Die Gruppe besteht aus bis zu 20 Teilnehmerinnen. Nach dem Aufwärmen und den Übungen mit dem Ball folgte das Abschlussspiel, auf das die Mädchen sich schon freuten. Sie versuchen regelmäßig die AG zu besuchen, weil „Fußball Spaß macht und es geht ja um Spaß und nicht ums Gewinnen“ und „damit wir halt Fußball Tricks lernen“. Auf die Frage, wie wichtig ihnen die AG ist, antworteten sie mit „sehr wichtig“. Die meisten AG-Teilnehmerinnen haben einen Migrationshintergrund, sind aber in Deutschland geboren. Was sie an Deutschland mögen; da sind sie verschiedener Ansicht. Milina1 und Julka (beide 9 Jahre alt) meinten, „dass es verschiedene Städte gibt“. Dunia (8 Jahre) „Naja eigentlich find ich besser Serbien, weil da sind mehr von meiner Familie.“ Alia (9 Jahre): „Mir gefällt schon Deutschland, aber eigentlich mag ich Libanon mehr als Deutschland, weil das eigentlich meine Heimat ist, weil da sind eigentlich meine ganzen Tanten, Omas.“ Die Mädchen wissen, dass Deutschland ihr Geburtsland ist, jedoch fühlen sie sich dort wohler, wo auch der Rest ihrer Familie lebt und sehen dies eher als ihre Heimat an.

Reflexion vom 12. März 2015 

Am 12.03.15 besuchte ich eine Fußball AG des kick for girls Projekts. Diese findet einmal die Woche statt und ist ausschließlich für Mädchen. Trainiert wird 60 Minuten lang. Die Teilnehmerinnen sind im Alter zwischen 8 und 10 Jahren. Im Gegensatz zu den anderen AGs, die ich besucht habe, gab es in dieser AG weniger Mädchen mit einem Migrationshintergrund. Neben der Fußball AG nehmen die Mädchen gerne auch an anderen AGs teil, die sogar direkt im Anschluss an die Mädchenfußball-AG stattfinden. Manche der Teilnehmerinnen spielen oder haben sogar schon in einem Fußball Verein gespielt. Nach dem Aufwärmen mit dem Ball folgte ein kleines Spiel, was die Koordination und Konzentration forderte. Die Teilnehmerinnen verstanden es aber schnell und meisterten diese Aufgabe sehr gut. Die Mädchen nehmen gerne an der AG teil und kommen auch regelmäßig. Die meisten Teilnehmerinnen kennen sich schon aus der Schule oder sind sogar in der gleichen Klasse. Es wird deutlich, dass die AG für viele Mädchen auch ein kleiner Treffpunkt ist, um mit den besten Freundinnen rumzualbern oder zu reden. Auch im Abschlussspiel war zu erkennen, dass es manche sehr ernst nehmen, auch, um sich zu verbessern,und andere e sind nicht besonders interessiert. Jedoch denke ich, dass sich mit der Zeit diese Meinung noch entwickeln wird und die Mädchen schließlich merken, ob der Sport wirklich was für sie ist oder eher nicht. In erster Linie geht es ja jetzt darum das die Mädchen Spaß haben.

Reflexion vom 13. März 2015

Am 13.03.15 besuchte ich eine Fußball AG des kick for girls Projekts. Die AG findet einmal die Woche statt und trainiert wird im Freien. Die Mädchen schienen alle sehr selbständig und voller Motivation zu sein. Normalerweise soll die AG im Umfang von 90 Minuten stattfinden; jedoch spielen die Mädchen oft so lange bis es Dunkel wird. Das Training begann mit Lockerungsübungen und einem Aufwärmspiel. Die Gruppe verstand sich super untereinander. Die meisten Mädchen der Gruppe hatten einen Migrationshintergrund und waren im Alter zwischen 16 und 18 Jahren. Das Wetter spielte auch mit und es war ein schönes Erlebnis.

Abschlussreflexion des Praktikums im kick for girls Projekt vom 9.-13. März 2015  

Ich absolvierte mein einwöchiges Schüler Praktikum vom 9.-13.03.15 an der Sport Uni in Freiburg im Forschungsbereich der Sportpädagogik. In dieser Woche war ich im lick for girls Projekt aktiv und besuchte verschiedene Mädchenfußball AGs des Projekts. Einer meiner Aufgaben war es, als Schülerreporterin die AG-Teilnehmerinnen zu interviewen und mit Hilfe von diesen Ergebnissen, kleine Berichte und Reflexionen zu verfassen. Ich besuchte vier verschiedene AGs. Ich fand die Zeit an der Sport Uni im Projekt kick for girls sehr Interessant und lehrreich. Ich habe gelernt Interviewfragen zu verfassen, zu ordnen und richtig umzusetzen. Besonders gefiel mir das selbständige Arbeiten und die Abwechslung zwischen den Büroarbeiten und den aktiven Aufgaben in den AGs.

 

Das gesamte kick-Team bedankt sich für deine Begleitung, Beobachtung und Beschreibung des kick for girls-Projektes, Amina!