Premiere: Nikolausturnier von kick for boys

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Freitag, den 5. Dezember 2014 – Tag Zwei der Nikolausjagd

Auf dem Programm: Das Turnier für die Jungs in der Albert-Schweitzer Schule in Landwasser.

Nachdem ich noch in Gedanken an den ruhigen Vortag war, lud mich die Straßenbahn in Landwasser ab. Entlang an hohen Blockhäusern schlängelte ich mich durch die kleine Gasse, die über das Einkaufszentrum zur versteckt gelegenen Albert-Schweitzer-Schule führt. Nach dreimaligem Klingeln an der Halle dachte ich, ich sei am falschen Ort. Doch nach ein paar Minuten kamen dann in Trikot-bekleidete Jungs aus der Halleneingangstür. Es war anscheinend zu spannenden ersten Minuten gekommen, sodass die Klingel übertönt wurde oder Jeder das erste Spiel mitverfolgen musste. Und tatsächlich: in der Halle tobte die Stimmung – keine Spur von Dezemberruhe, die ich auf dem Schulhof erleben durfte. Aber es war keine Zeit, um darüber nachzusinnen. Sofort wurde ich überrannt von Jungs, die gerade Pause hatten, wild diskutierten oder mit großer Aufmerksamkeit das laufende Spiel verfolgten.

Das erste Turnier von kick for boys – klar, dass man da auf männliche Verstärkung trifft: Fabian Fennig war mit seinem Team von der Karlschule angereist, Mesut und Michael waren mit ihrem Team von der Albert-Schweitzer Schule da, Alex war mit seinen Jungs von der Turnseeschule da und Rebecca, Michael und Sylvia kümmerten sich um das Team von der Bissierstraße.

Die verantwortliche, gut gelaunte Sozialarbeiterin der Albert-Schweitzer Schule, Frau Tschan war sichtlich nervös, wie sie eingestand. Auch für Sarah Oberfell sollte dieser Tag ein erster entscheidender Tag sein, in welche Richtung das neue Teilprojekt steuert.

Bevor das Turnier losging wurden zwei Fairplay-Regeln bestimmt: Unter Anderem sollten die Spieler sich vor und nach dem Spiel abklatschen, was gut funktionierte. Insgesamt verliefen die Spiele ohne größeres Einschreiten seitens des Schiedsrichters. Ein bisschen Rangeln und Kämpfen gehört eben dazu und ist eben nicht zu vergleichen mit der behutsameren Art und Weise des Mädchenfußballs vom Vortag.

Eine große Dynamik ist spürbar – ein breites Diskussionspotenzial und ein intensiver Kampfgeist. Man will sich beweisen, man will spielen und man will vor allen Dingen in dem Team sein, das am Ende gewinnt. So spielen sich Szenen in der Kabine ab, die mit Frust aufgeladen sind und auf die weniger tröstliche Kommentare folgen: „Ich hab dir ja gleich gesagt, dass du im falschen Team spielst. Hättest du bei uns mitgespielt, dann wärst du jetzt auch Erster.“ Aber um Erfolg geht es natürlich nicht allein. Michael erklärt es ziemlich treffend: Man muss in der Gruppe spielen, wo man Fehler machen darf, wo man die Gedanken und Spielweisen des Mitspielers kennt. Ich muss wissen, wie mein Mitspieler tickt. Ein Team zu bilden ist ein Prozess und Arbeit. Bewährt hat sich diese Sichtweise sicherlich beim letzten Spiel für die Bissierstraße: Sie mussten dreimal gegen ältere Jungs spielen. Die ersten zwei Spiele verloren sie und die Stimmung war enttäuschend. Sie hatten körperlich einen Nachteil und individuell taktisch auch. Aber durch ein teamfähiges, gemeinsames Agieren,  bei dem Jeder Verantwortung zu tragen hatte, konnte beim letzten Spiel ein toller Erfolg verbucht werden: Bis kurz vor Schluss steht es 1:0 für die Bissierstraße – eine tolle Teamleistung: So geht Fußball. In dieser Richtung wollen wir mehr von kick for boys sehen!

Was bezeichnend für den Tag war, nicht aber kritiklos festgehalten werden kann: Die Siegerehrung am Ende verlief für die beteiligten Personen sehr stressig. Mit aller Macht mussten die Nikoläuse zurückgehalten werden. Wie die Gier nach dem Sieg im Spiel – so die Gier nach was Süßem im echten Leben!

 

 

Artikel: Maria Greshake

Fotos: Fabian Fennig